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Bildschirmfotos unter Mac OS X erstellen

Oft fragt man mich nach den Tastaturkürzeln für die Erstellung von Screenshots unter Mac OS X, deshalb an dieser Stelle eine kleine Anleitung.

Möchte man den gesamten Bildschirm fotografieren, hält man die Apfel- sowie die Shift-Taste gleichzeitig gedrückt und drückt dann die Taste 3. Die Aufnahme wird als „Bild 1.png“ auf dem Schreibtisch gespeichert. Weitere Bilder werden automatisch durchnummeriert.

Wenn man nur einen bestimmten Bildschirmbereich fotografieren möchte, drückt man statt der Taste 3 die Taste 4. So verwandelt man den Mauszeiger in ein Fadenkreuz, mit dem man einen gewünschten Bereich markieren kann. Im Idealfall setzt man am gewünschten Bereich oben links an, hält dann die linke Maustaste gedrückt und zieht die Maus bis zur rechten unteren Ecke des Bereichs, der aufgenommen werden soll. Sobald man die Maustaste loslässt, wird der markierte Bildschirmbereich fotografiert. Das aufgenommene Bild findet man ebenfalls auf dem Schreibtisch.

Auch grafische Elemente von Mac OS X lassen sich fotografieren (Fenster, Ordner, Dateien, das Dock sowie Menüs). Man hält dazu die Apfel- sowie die Shift-Taste gleichzeitig gedrückt und drückt dann zusätzlich die Taste 4. Der Mauszeiger hat sich nun wieder in das Fadenkreuz verwandelt. Wenn man jetzt die Space-Taste betätigt, wird das Fadenkreuz zu einem Fotoapparat. Damit kann man einzelne grafische Elemente selektieren, ein Klick auf die linke Maustaste agiert als „Auslöser“. Das Besondere: Auch verdeckte oder außerhalb des sichtbaren Bildschirmbereichs befindliche Elemente werden komplett aufgenommen und als Bild auf dem Schreibtisch abgelegt.

Abbrechen kann man alle Aktionen jederzeit mit der Escape-Taste.

Seit Mac OS X 10.5 Leopard existieren ein paar zusätzliche Optionen:

  1. die Space-Taste gedrückt halten um den markierten Bereich zu verschieben
  2. die Shift-Taste gedrückt halten um den markierten Bereich in der Vertikalen oder Horizontalen anzupassen
  3. die Options-Taste gedrückt halten für zentrierte Größenänderung

Einige weniger bekannte Optionen sollen natürlich nicht unerwähnt bleiben:

A) Wenn man das Bildschirmfoto lediglich in einem anderen Programm einsetzen möchten (z.B. zum Versand per Apple Mail), hält man beim „Auslösen“ zusätzlich die Control-Taste gedrückt. Dann wird der Screenshot in der Zwischenablage abgelegt, statt ihn auf dem Schreibtisch als Bild abzuspeichern.

B) Mac OS X speichert Bildschirmfotos seit Mac OS X 10.4 Tiger als PNG-Bilder auf dem Schreibtisch (unter 10.3 Panther wurden PDFs erzeugt, unter 10.2 Jaguar JPGs). Mit Hilfe des Terminals kann man jedoch das Speicherformat selbst bestimmen:

defaults write com.apple.screencapture type image_format

Das image_format ersetzt man wahlweise durch jpg, tiff, pdf, png, bmp oder pict. Wenn man nun den Benutzer ab- und wieder anmeldet, ist das neue Bildschirmfoto-Format eingestellt. Alternativ kann man auch via Terminal den System-Prozess „SystemUIServer“ beenden:

killall SystemUIServer

Mit dem Befehl exit beendet man den aktuellen Terminal-Prozess.

C) Sollte man Screenshots ohne den Mac OS X typischen Schatteneffekt erstellen wollen, lässt sich auch dies leicht per Terminal einrichten:

defaults write com.apple.screencapture disable-shadow -bool true

Per

killall SystemUIServer

lässt sich der “SystemUIServer”-Prozess beenden, so dass diese Einstellung ohne ab- und wieder anmelden des Benutzers aktiv wird.

Das Standard-Verhalten ließe sich jederzeit wieder folgendermaßen aktivieren:

defaults write com.apple.screencapture disable-shadow -bool false

D) Natürlich kann man auch den Speicherort für Bildschirmfotos per Terminal ändern:

defaults write com.apple.screencapture location /Pfad

Den /Pfad ersetzt man durch den gewünschten Ordner. Am Einfachsten geschieht das, indem man sich den Ordner im Finder “greift” und über dem Terminal-Fenster „fallen lässt“.

Interessant: Wenn man den speziell definierten Zielordner löscht, ist die Bildschirmfoto-Funktionalität bis auf Weiteres unterbunden.

Wesentlich weiter reichende Möglichkeiten (inkl. Video & Ton) bieten spezielle ScreenCapture-Programme wie z.B.:

SnapzProX: http://www.ambrosiasw.com/utilities/snapzprox/
ScreenFlick: http://www.araelium.com/screenflick/
ScreenFlow: http://www.varasoftware.com/products/screenflow/
Screenium: http://www.synium.de/products/screenium/index.html
CaptureMe: http://www.chimoosoft.com/products/captureme/
iShowU: http://www.shinywhitebox.com/ishowu-v1/
Camtasia: http://www.techsmith.com/camtasia-mac-features.html

Apples Update/Upgrade-Politik

Die kürzlich veröffentlichte Version 4 von Safari schließt Unmengen an Sicherheitslücken, die in Safari 3.2.1 wahrscheinlich nach wie vor vorhanden sind. Gestern wurde nun auch die neue Version 3.0 des Betriebssystems für iPod Touch und iPhone veröffentlicht, und auch diese Aktualisierung schließt mehrere Sicherheitslücken, die in der Version 2.2.1 offensichtlich niemals beseitigt werden. Dass es mit den Sicherheits-Aktualisierungen für Mac OS X allein nicht getan ist, stellte ich ja schon vor einiger Zeit fest. Jedoch ist diese neuerliche Update/Upgrade-Politik noch bedenklicher – Updates, welche Sicherheitslücken beseitigen, gibt es nach Veröffentlichung einer neuen Programmversion nicht mehr, man wird sozusagen zum Upgrade “gezwungen” oder surft mit einem potentiell gefährdeten System. Angesichts dieser aktuellen Situation wird der Wunsch nach einer Mac OS X Version von Secunias Personal Software Inspector konkreter…

Aktualisierung: Laut PocketGamer wird die Firmware 3.1.3 für den iPod Touch neuerdings kostenfrei angeboten. Somit sind dann zwar endlich die Sicherheitslücken kostenfrei geschlossen, allerdings auch diejenigen, die bisher einen Jailbreak ermöglichten – Honi soit qui mal y pense… ;)

QuickTime 7.6 schließt mehrere Sicherheitslücken

Soeben veröffentlichte Apple ein Update auf QuickTime Version 7.6 und schließt damit insgesamt 7 Sicherheitslücken. Die Beschreibung der Lücken findet sich hier.

Ergänzung 1: An dieser Stelle sei noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass Safari- wie auch QuickTime-Updates Sicherheitslücken schließen, welche nicht von den allgemeinen Mac OS X Sicherheits-Aktualisierungen geschlossen werden! Ob sich diese Eigenart mit dem kommenden Mac OS X 10.6 Snow Leopard ändert, wird sich zeigen …

Windows 7 Beta auf dem Mac

Nachdem die Microsoft-Server unter der anfänglichen Flut der Anfragen zeitweise zusammenbrachen, lässt sich die Beta-Version des Vista-Nachfolgers Windows 7 mittlerweile problemlos herunterladen (eine Live-ID vorausgesetzt).

2,41 GB belegt die deutsche 32-Bit-Version des ISO-Images, welches man in VMware Fusion 2.0.1 als virtuelle DVD einbindet (ein Brennen ist also nicht nötig). Als vorgefertigte Umgebung empfiehlt sich, Windows Server 2008 auszuwählen – so lassen sich später auch die VMware Tools problemlos integrieren. Die Installation funktioniert erfreulich schnell (3 kleine Updates wurden nach Fertigstellung nachgereicht), am Ende belegt die Virtuelle Maschine ca. 5 GB Festplattenplatz. Das System selbst fühlt sich um einiges schneller an als Vista (vergleichbar mit XP), mangels Windows-Erfahrung tauchte ich aber nicht weiter in die Untiefen des Systems… ;)
Der neue Internet Explorer 8 besteht nun erfreulicherweise den Acid 2 Test, beim aktuellen Acid 3 Test ist er jedoch weiterhin weit abgeschlagen (20 von 100 möglichen Punkten).

Aero wird momentan noch nicht in der Virtualisierung unterstützt, ob sich dies dann nach dem offiziellen Release von Windows 7 ändert, wird sich zeigen.
Lauffähig ist das (nicht für den kommerziellen Einsatz, sondern nur für Testzwecke zugelassene) Windows 7 bis zum 1. August 2009.

Webseiten inkl. PHP lokal unter Mac OS X testen

Dank des BSD- bzw. Unix-Unterbaus von Mac OS X ist im System nicht nur der bekannte Webserver Apache integriert, sondern auch PHP. Der Webserver lässt sich sehr einfach über die Systemeinstellungen (Sharing/Web-Sharing) aktivieren und ist dann u.a. über http://127.0.0.1/~BENUTZERNAME erreichbar (wobei BENUTZERNAME durch den Kurznamen des angemeldeten Benutzers ersetzt werden muss). Um auch PHP nutzen zu können, muss dieses jedoch erst manuell aktiviert werden. Dazu startet man das Terminal (zu finden in Programme/Dienstprogramme) und gibt dort folgende Zeile ein (mit Enter bestätigen):

cd /etc/apache2/

Mit dem Befehl:

ls

(ebenfalls gefolgt von einem Enter) kann man sich das Verzeichnis auflisten lassen, in dem man sich aktuell befindet.

Mit der folgenden Befehlszeile öffnet man die Konfigurationsdatei httpd.conf mit root-Rechten (sudo) im Editor Pico (die Eingabe des geforderten Passwortes wird nicht angezeigt, dies ist normal):

sudo pico httpd.conf

Mit der Tastenkombination ctrl+V blättert man nun so weit, bis die Zeile:

#LoadModule php5_module        libexec/apache2/libphp5.so

zu sehen ist.

Mit Hilfe der Pfeiltasten geht man jetzt zu besagter Zeile und löscht das Auskommentierungszeichen #, so dass folgende Zeile entsteht:

LoadModule php5_module        libexec/apache2/libphp5.so

Mit der Tastenkombination ctrl+O (gefolgt von Enter) speichert man die Datei, mit ctrl+X verlässt man den Editor und befinden sich wieder beim Eingabeprompt des Terminals. Den Terminalprozess kann man nun mit dem Befehl:

exit

beenden und das Programm schließen. Einmal den Web-Sharing Dienst beendet und wieder neu gestartet ist PHP ab sofort aktiviert.

Zum Testen werde ich in den kommenden Tagen eine Beispieldatei zur Verfügung stellen.